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Teil 1: Wie ich auf Phubber reagieren sollte

 

Einer Studie der Baylor University zufolge, wurden 46% der Befragten schon Opfer vom Partner-Phubbing – dem Vorziehen des Handys anstatt sich mit seiner/m Partner/in zu unterhalten. Psychologen warnen davor, dass Phubbing negative Auswirkungen auf die mentale Gesundheit haben kann.

Und nun mal ehrlich – wir kennen das doch wirklich alle! Und wir kennen auch alle die Antworten die man dann von dem Gegenüber erhält, während er oder sie bei Whatsapp antwortet: “Nein, nein – red ruhig weiter – ich höre zu (während ich jemandem antworte, der lustiger und interessanter ist als du)”. Das fühlt sich absolut nicht okay an und die Wahrheit ist: Phubbing zerstört unsere Beziehungen – nun, zumindest schadet es ihnen. 

Wir haben in den letzten Wochen mit sehr vielen von euch gequatscht und uns immer wieder zusammen die folgenden Fragen gestellt:
Wie reagiere ich denn eigentlich am besten, wenn mein Freund oder meine Freundin phubbt? Und wie sorge ich als ständiger Phubber dafür, dies zu unterbinden? In diesem ersten Teil der Phubbing-Reihe geht es um die erste dieser Fragen.

 

Wie soll ich reagieren, wenn ich der Gephubbte bin?

Schritt 1: Warte! Dies ist die einfachste und trotzdem eine der effektivsten Strategien. Unterbreche deinen Satz und warte geduldig, bis du mit deinem Gegenüber Augenkontakt hast. Falls dieser sagt “Red nur weiter, ich hör zu!” aber dabei trotzdem weiter auf dem Handy herumtippt, dann antworte höflich: ”Oh, das ist okay, ich warte”.
Die meisten Bekannten sollten diesen Wink recht schnell verstehen und ihr Handy weglegen.

Schritt 2: Sei ein Vorbild! Die einfachste Taktik ist gleichzeitig auch eine der effektivsten. Sei ein Vorbild: Lass dein Handy in Ruhe, solange du dich unter Freunden befindest, bei einem Essen bist oder an einem Meeting teilnimmst. So sorgst du dafür, dass es deinem Gegenüber deutlich bewusster wird, wie oft er/sie eigentlich am Handy ist. Die größte Versuchung die neuen Nachrichten am Handy zu checken entsteht genau dann, wenn unser Gegenüber genau dies tut. Doch du solltest das Vorbild sein. Zeige deinen Freunden, dass du lieber handyfrei agierst und beginne die Konversation mit den Worten: “Lass mich mein Handy weglegen, damit wir uns unterhalten können – die Handys nerven dabei nur”. Nachdem du das Handy zur Seite legst und deinen Gegenüber anlächelst, wird er (fast immer) selbiges tun.

Schritt 3: Sei direkt – sprich es an! Bei einem sehr guten Freund, einem Familienmitglied oder deinem festen Partner, bewährt sich meistens die direkte Ansprache. Du solltest dabei keinen Konfrontationskurs fahren, sondern einfach betont und höflich auf den nächsten Phubbing-Versuch mit den Worten: “Ich würde es bevorzugen, wenn du dein Handy zur Seite legst während wir reden” reagieren.
Falls dir gesagt wird, dass die Snapchat-Sucht deiner Freunde kein großes Ding ist, dann erkläre ihnen wie es sich anfühlt ignoriert zu werden und wie das eure Beziehung beeinflusst.

Schritt 4: Beachte das Big-Picture! Zeig Verständnis, wenn deine Freunde nicht sofort bei Whatsapp antworten – es zeigt, dass sie vermutlich gerade mit Freunden unterwegs sind und sich korrekt verhalten. Das mag simpel klingen – verinnerlichen tun sich dies jedoch die Wenigsten. Sei du einer von Ihnen!

 

Wir hoffen, dass diese Tipps dir helfen werden, das Phubbing deiner Freunde zu beschränken, sie höflich darauf aufmerksam zu machen und anschließend eine wundervolle Konversation genießen zu können. 

Durch unseren Alltag ist es schwierig geworden den eigenen Handykonsum herunterzuschrauben, vor allem dann, wenn du es gewohnt bist außerhalb des Büros unterwegs zu sein oder du abends durch die Stadt schlenderst. Ein guter Startpunkt der Konsumreduktion ist das Zusammensein mit deinen liebsten Menschen. Die Selbstkontrolle zu besitzen, deinen Kommunikationskiller für die Dauer eines tiefgehenden Gespräches mit deiner Bekanntschaft zur Seite zu legen, wird dir weitaus größere Freude bringen als der eine verpasste Anruf oder die eine ungelesene Mail.  Wie du diese Fähigkeit trainieren kannst, thematisieren wir in der nächsten Woche: Wie reduziere ich mein eigenes Phubbing?

 

 

Bester Gruß

Hannes vom Team TelefonZelle